Marjolein Stronks

Autorin

Marjolein Stronks war bis Ende 2012 Stationsleiterin im Zentrum für Paraplegie Balgrist. Als Dipl. Pflegefachfrau HF verfügt sie über einen Masterabschluss in Gesundheitsförderung und Prävention.

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Als ich 2002 auf einer Station mit 19 Betten als Pflegefachfrau anfing zu arbeiten, war mir nicht klar, was alles auf mich zukommen würde.

Ich hatte mich bewusst für den Fachbereich Paraplegie entschieden. Dass eine Querschnittlähmung viel mehr ist als „nur“ eine Lähmung der Extremitäten, war mir aufgrund meines theoretischen Fachwissens zwar klar, deren Komplexität und Vielfalt erkannte ich jedoch erst im Arbeitsalltag.

Die Pflege von querschnittgelähmten Menschen, die verschiedenen Lagerungen, zum Beispiel die Bauchlagerung bei einem Tetraplegiker als Atemtherapie, sowie die Instruktion zum Selbstkatheterismus gehören genauso zum Alltag, wie die Stärkung und Selbstbefähigung der Paraplegiker mit Blick in die Zukunft. Hinzu kommen die Integration und Anleitung der Angehörigen in dieser herausfordernden Lebensphase, welche oft mit einer Krise verbunden ist. Die körperlich herausfordernden Tätigkeiten in Abwechslung mit intensiven Gesprächen, ein guter Mix!

Kein Wunder also, dass ich jetzt, zehn Jahre später, immer noch im Zentrum für Paraplegie Balgrist- heute in der Funktion als Stationsleitung- arbeite. Es ist schön zu sehen, wie sich das Arbeitsfeld geändert hat, aber in gewissen Massen auch so ähnlich geblieben ist: Neue Geräte, neue Arbeitstechniken und Therapiemethoden, welche die Akut- und Rehabilitationspflege so spannend machen und den Arbeitsalltag erleichtern. Die menschliche Unterstützung und die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten sind die Gleichen geblieben. Wir bieten ihnen in unserem Zentrum für Paraplegie eine temporäre Heimat, bis eine gute Anschlussbetreuung gewährleistet ist und sie in ihr häusliches Umfeld zurückkehren können. Für diese Patientengruppe engagiere ich mich seit Jahren mit vollem Einsatz. Eine Herausforderung? Immer! Langweilig? Nie!

 

Kommentare (1)

  • Rigobert RINK am 09. Dec 2015 um 22:14 sagt:

    sehr geehrte Frau Stronks,

    bin nach einem Autounfall querschnittsgelähmt hoher Querschnitt C4/5C5. Bis vor drei Monaten konnte ich nur Kopf und Schulter bewegen und meinen rechten Arm in Schlingen.
    Jetzt kann ich plötzlich meinen Arm flach im Bett zum Beispiel nach links und rechts bewegen, nicht anheben. Wollte einfach einmal nachhören, wie die Chancen sind. Bin selber Krankenpfleger von Beruf.
    Vielen Dank
    muss jetzt leider ins Bett
    wäre dankbar wenn Sie mir schreiben würden

    Liebe Grüße in die Schweiz
    Rigobert

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